Yamaha XVS 1100 höher legen...

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Yamaha XVS 1100 höher legen...

Beitragvon Teddy » Fr 13. Apr 2018, 20:36

Der Vorbesitzer meines Mopeds hat es übertrieben: die Heck-Tieferlegung durch Austausch von Umlenkhebeln ist zwar optisch ein Gedicht, im Fahralltag aber eine Katastrophe! Besonders in Rechtskurven schrappt regelmäßig Metall vom Auspuff auf dem Asphalt, dabei heize ich keineswegs durch die Kurven. Auch meine Schwingensatteltasche auf der linken Seite zeigt schon Schleifspuren und jeder Bordstein läßt meine Black Pearl aufsetzen.

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Die Messung zwischen Rahmen und Boden zeigt 12,5 cm Bodenfreiheit in unbelastetem Zustand und gerade mal 10,5 cm Freiraum, wenn ich drauf sitze.
Ich lege meinen Brummer in der Garage auf die Seite und staune: Auch die Schräglage ist kümmerlich, keine 30° sind möglich, weit entfernt auch vom gemächlichen Kurvenstil beim Cruisen und Welten weg von den atemberaubenden Schräglagen von mehr als 62° eines Jorge Lorenzo. Optik hin oder her, da muss sich was ändern…

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Ein Air-Ride Suspension Kit mit Höhenverstellung durch einen Kompressor wäre die beste Lösung des alten Problems der Balance zwischen Optik und Fahrspaß bei Cruisern, allerdings mit mehr als 1.300 Euro ein teures Vergnügen. Mir reichen 25 Euro für die Originalumlenkhebel bei eBay, die vor weiteren Modifikationen den Originalzustand wieder herstellen sollen. Die Umlenkhebel sind ein gängiges Mittel, um ohne viel Aufwand, allerdings auch meist ohne TÜV, ein Motorrad niedriger zu bekommen. Die Kits bekommt man für Tieferlegungen von 20 bis 60 mm für Preise ab 40 Euro für zwei nackte Flacheisen ohne ABE. Mir ist kein TÜV gekannt, der Hebel nachmisst, schon allein, weil die Originallänge nirgendwo steht. Wer allerdings auf der ganz sicheren Seite fahren will, muss z.B. bei Wilbers für seine 30 mm Hecktieferlegung bei Polo satte 229 Euro berappen.

Da ich nicht weiß, um wieviel der Vorbesitzer die Yamaha abgesenkt hat, da bei den diversen Kits keine Längenangaben der Umlenkeisen selbst stehen, sondern nur die zu erreichende Höhenabsenkung, erstehe ich erst mal die Original-Flacheisen für kleines Geld und baue sie ein.

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Links sind die verbauten längeren Umlenkhebel zu sehen, die mit gerade einmal zwei Zentimetern Unterschied zu den Originalen durch die Umlenkung für eine Tieferlegung des Hecks von ca. 5-6 cm sorgen, was die Optik, aber auch das Fahrverhalten dramatisch beeinflusst.

Der Umbau selbst startet mit dem Aufbocken des Motorrades, um die Schwinge mit dem Hinterrad zu entlasten. Durch Lösen von zwei Muttern ist der linke Umlenkhebel auf der linken Motorradseite schnell entfernt, allerdings stören beim Entfernen des rechten Umlenkhebels Rahmenteile, wenn versucht wird, die Schraubenbolzen nach rechts raus zu drücken. Dazu muss die Schraube und der Bolzen zwischen Federbein und Umlenkmechanismus entfernt werden, was bei dem entlasteten Federbein kein Problem ist.

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Durch leichtes Aufbocken oder Ablassen des Motorrades verändert man jetzt die Höhe zwischen vorderem Motorrad und Schwinge solange, bis die zwei Schraubenbolzen nach rechts raus gedrückt werden können, um auch den rechten Umlenkhebel frei zu bekommen. Danach werden die kürzeren Original-Hebel installiert. Der Unterschied in der Bodenfreiheit ist gewaltig:

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In unbelastetem Original-Zustand stehen jetzt mehr als 17 cm Bodenfreiheit zu Verfügung, also um 5 cm mehr als vorher, was sich auch drastisch in Kurven zeigt. Mehr als 45° Schräglage sind möglich, ohne auf zu setzen, was im Cruiser-Alltag mehr als genug ist.

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Schlussendlich ist die gewonnene Bodenfreiheit auch ein Sicherheitsgewinn, außer man setzt die neuen Möglichkeiten wieder in größere Kurvengeschwindigkeiten um. Die Optik des Bobbers leidet allerdings und vielleicht ist eine Tieferlegung zwischen Original und der ehemals verbauten 5-6 cm-Heckabsenkung der gesuchte Kompromiss zwischen gutem Aussehen und Alltagstauglichkeit. Ich werde berichten…
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Re: Yamaha XVS 1100 höher legen...

Beitragvon stormbringer » Sa 14. Apr 2018, 07:24

Schön beschrieben
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Re: Yamaha XVS 1100 höher legen...

Beitragvon Starky » Sa 14. Apr 2018, 09:03

:up: :up:
dank für diese ausführliche info !!
..locker vom Hocker ..
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Re: Yamaha XVS 1100 höher legen...

Beitragvon Dragus » Sa 14. Apr 2018, 09:06

Stark, bsonders die Schräglage zum Schluß :hbang:
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Re: Yamaha XVS 1100 höher legen...

Beitragvon Alf » Sa 14. Apr 2018, 09:29

:hbang: :prost:

.....weiter in den DIY-Bereich ->nur mein unmaßgeblicher Vorschlag :up:
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Re: Yamaha XVS 1100 höher legen...

Beitragvon Thommy » Sa 14. Apr 2018, 10:33

Hallo,
hast Du keine Fussrasten ??? :geek:
Sollten die eigentlich nicht vorher bereits aufgesetzt haben ?

Gruß,
Thommy
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Re: Yamaha XVS 1100 höher legen...

Beitragvon Ede » Sa 14. Apr 2018, 20:23

@Teddy
Ist ja alles toll, aber: Mehr als 30° Schräglage bei einem Cruiser? Dann ist es das falsche Mopped für dich :braue: .
Und (ich müsste jetzt messen) bei mir sind es im originalen Zustand auch irgendwo nur 130mm Freiheit zwischen Boden und Rahmen. Deine Werte sind irgendwie ... ungewöhnlich :?
Man muss das Leben nehmen, wie es kommt. Aber man muss es nicht so lassen.

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Re: Yamaha XVS 1100 höher legen...

Beitragvon Teddy » So 15. Apr 2018, 08:44

Ich fahre das falsche Moped? „Ungewöhnliche“ Werte? Ede, laß die Finger von den Drogen...
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Re: Yamaha XVS 1100 höher legen...

Beitragvon Ede » So 15. Apr 2018, 09:24

Ich werde mal nachmessen. Oder jemand anderes. Und dann vergleichen wir die Drogen
Man muss das Leben nehmen, wie es kommt. Aber man muss es nicht so lassen.

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Re: Yamaha XVS 1100 höher legen...

Beitragvon JOE » So 15. Apr 2018, 11:29

Meine 1100er Classic ist hinten 30mm tiefer und vorne ca.20mm höher.
An dieser Stelle ist die Bodenfreiheit 150mm.
Gruss JOE



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